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Als ursprünglich gelernter Landmaschinenmechaniker, habe ich mich nach einer Handelsschule zum Betriebstechniker TS weitergebildet. Seit 1999 arbeite ich bei ThyssenKrupp Materials Schweiz AG. Heute leite ich dort die Abteilung für Sonderwerkstoffe. Mein Aufgabengebiet umfasst Anwendungsberatung und Verkauf von speziellen Werkstoffen wie z.B. Titan für Implantate.
Ich wohne in Wil SG. Allerdings nicht ganz so rustikal, wie es aus den Filmen den Anschein machen könnte... Das Holzgas-Hobby Nebst vielen anderen teils auch "konventionellen" Hobbies ergab sich ein frühes, berufsbedingtes Interesse für alte Maschinen und Traktoren. Bei den Landwirten, die ich zwecks Reparatur und Verkauf von Landmaschinen besuchte, fanden sich ab und zu echte Raritäten zuhinterst in der Scheune. Ich erwarb einen 1936er Hürlimann- Traktor und begann diesen ab 1979 zu restaurieren. Der ehemalige Besitzer gab mir darauf einen Imbert- Holzvergaser, welcher auf diesem Hürlimann von 1941 bis 1948 montiert war.
Zu dieser Zeit war in der Schweiz praktisch kein Benzin zu erhalten. Die einzigen Alternativen waren Holzgas oder das legendäre Emser Wasser, ein Ersatztreibstoff / Ethanol aus Holzabfällen. Nach etlichen Frustrationen und viel Lehrgeld ergatterte ich einige Original-Dokumentationen sowie die "heilige Schrift" von Imbert: Die Inbetriebsetzung von Gasgeneratoren. Die Erzeugung von Gas für Fahrzeuge ist reinste Chemie: Ein fester Brennstoff wird vergast statt verbrannt, d.h. es wird ein unvollständig verbranntes Gas erzeugt. Dieses ist dem Gas ähnlich, das so gefährlich ist, wenn man Autos in einer geschlossenen Garage startet. Es entsteht nämlich u.a. Kohlenmonoxid CO, das zu Kohlendioxid CO2 verbrannt werden kann. Nach einem eingehenden Studium der alten Lektüren war es ein Leichtes, den Holzvergaser 1983 in Betrieb setzen und den unvergleichlichen Gasgeruch zu riechen. Ich habe ältere Leute erlebt, die bei diesem Geruch in Tränen ausbrachen, weil er ihre Erinnerungen an die Kriegszeiten und all die Entbehrungen weckte, die sie durchmachen mussten.
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